VfR Horst - Reinfeld: "Fitness wird den Ausschlag geben"

Horsts Trainer Michael Fischer spricht im Interview über die Chancen im Landespokal gegen Preußen Reinfeld und die strittige Ligen-Einteilung

Als erste Mannschaft aus unserem Verbreitungsgebiet startet Fußball-Landesligist VfR Horst mit einem Pflichtspiel in die neue Saison. Der amtierende Kreispokal-Sieger 2016 steht im Achtelfinale des SHFV-Landespokals gegen Preußen 09 Reinfeld am Sonnabend ab 15 Uhr auf dem Sportplatz an der Heisterender Chaussee auf dem Prüfstand. Zum Stand der Vorbereitung, den Chancen auf ein Weiterkommen im Landespokal und der Protestaktion zur Einteilung des VfR in die neue Landesliga Holstein nimmt der Horster Teamchef Michael Fischer (49) Stellung.

Herr Fischer, bereits am Sonnabend wird es gegen Preußen Reinfeld im Landespokal für Ihre Mannschaft ernst. Wie ist bislang die Vorbereitung gelaufen?
Sagen wir mal so: Durchwachsen. Das ist aber durchaus normal, weil wir 28 Spieler im erweiterten Kader haben, und da geht es erstmal darum, unsere acht Neuzugänge zu integrieren und viel auszuprobieren. Wir haben mit der Vorbereitung am 23. Juni angefangen. Wir haben inzwischen zwei Mal in Kaltenkirchen in den „Dünen“ trainiert, haben 3000-Meter-Läufe absolviert und körperlich schon einiges gemacht.

In den Testspielen gegen Kummerfeld, Raspo Uetersen und Union Tornesch II lief es noch nicht rund. Dies hatte sicher den Grund, dass die Mannschaft im Training extrem gefordert wurde, oder? Die Testspiele, die wir bislang gemacht haben, waren in der Tat sehr holperig. Gegen Kummerfeld haben wir 4:3 gewonnen, gegen Uetersen 0:5 verloren und gegen Tornesch 3:3 gespielt. In der ersten Halbzeit im Spiel gegen Union Tornesch II, wo wir schon mal mit Blick auf das Pokalspiel agiert haben, sah das schon richtig gut aus. Zweite Halbzeit war es dann so, dass der „zweite Anzug“ nicht so richtig gesessen hat. Die Jungs sind ein wenig müde. Das ist aber einfach der Vorbereitung geschuldet.

Haben sich von den Neuzugängen bereits Spieler aufgedrängt, die für einen Starteinsatz am Sonnabend in Frage kommen?Zwei Spieler, vielleicht auch drei dürfen sich berechtigte Hoffnungen auf die Startformation machen. Ich werde mit meinen Trainerkollegen eine abschließende Analyse durchführen, ehe hier eine endgültige Entscheidung fällt. Wir haben in den drei Testspielen elf Gegentore kassiert. Damit setzt sich leider fort, was bereits in der vergangenen Saison mit 61 Gegentoren negativ zu Buche schlug. Daran müssen wir arbeiten und schauen, mit wem es defensiv besser klappt, wer hat sich empfohlen. Der aktuelle, letzte Eindruck wird für mich entscheidend sein. Es gibt sicher Spieler, die größere Chancen haben, als andere. Besonders auf Reinfelds Top-Torjäger Kristof Rönnau werden wir natürlich ein Augenmerk legen. Klar ist aber auch, dass wir uns auf alle im gegnerischen Team konzentrieren müssen.

Was erwarten Sie für einen Gegner, kennen Sie Stärken und Schwächen von Preußen Reinfeld?
Ich habe in Schleswig-Holstein durchaus viele Verbindungen zu Trainerkollegen. Ich habe mir da ein paar Informationen geholt. Wir müssen schauen, wer in diesem Spiel einen Tick voraus ist. Nach meinen Informationen ist die Verbandsliga Süd-Ost, in der die Reinfelder gespielt haben, stärker als die Verbandsliga Süd-West. Ich davon aus, dass Reinfeld sportlich stärker ist. Aber in der Vorbereitungsphase kann alles passieren. Ich erwarte ein Spiel mit hohem Leistungs-Charakter, das wir natürlich gewinnen wollen.

Die Staffel-Einteilung des SHFV in der Landesliga für die neue Saison hat für mächtig Wirbel bei den Steinburger Klubs gesorgt. Wie ist Ihre Meinung?
Wir haben gesagt, wir möchten gerne in die Landesliga Schleswig hinein. Jetzt sind wir plötzlich in die Landesliga Holstein eingruppiert worden. Sicherlich fahren wir mehr Kilometer, wenn wir in der Nord-Staffel spielen, auf der anderen Seite sparen wir deutlich an Fahrzeit. Es ist immer noch angenehmer in Bad Bramstedt auf die A 7 zu „gehen“ oder die A 23 „hoch“, als auf der Bundesstraße Richtung Lübeck einem Trecker hinterher zu fahren. Ich habe mich bereits sehr stark und stundenlang mit den vermeintlichen Gegnern der Nord-Staffel befasst. Ich würde es sehr unglücklich finden, wenn das jetzt wieder gedreht wird. Es ist Zeit, endlich eine Entscheidung zu treffen. Ich bin sehr gespannt. Ich gehe mal davon aus, dass wir gegen Reinfeld in der Saison keine Punktspielrevanche haben werden.

Die Ungewissheit, wie der Protest ausgeht, kann doch nicht förderlich für eine zielgerichtete Vorbereitung sein, oder?
Ich möchte einfach wissen, woran ich bin, und meine Mannschaft auf kommende Gegner einstellen. Die momentane Situation ist alles andere als förderlich. Am 5. August ist Punktspielauftakt. So viele Wochen sind es bis dahin nicht mehr, und wir wissen nicht, in welcher Liga wir spielen. Ich finde das wirklich grenzwertig. Ich habe schon viel erlebt, aber das spottet jeder Beschreibung.

Der VfR droht mit einem Wechsel in den Hamburger Verband ab 2018/19. Wie stehen Sie dazu?
Das wäre eine Entscheidung des Vereins, da möchte ich mich grundsätzlich nicht weiter zu äußern. Ich finde es nur ärgerlich, dass solche Überlegungen jetzt schon thematisiert werden. Ich glaube, dass sich im Verein viele vom Verband im Stich gelassen und veräppelt fühlen. Deshalb muss man die Reaktion des Vereins auch ein Stück weit verstehen.

Wie schätzen Sie die Chancen ein, dass der VfR am Sonnabend eine Runde weiter kommt?
Natürlich würden gerne weiterkommen. Ich rechne mit einem interessanten Spiel, weil beide Mannschaften in ihren Ligen jeweils Vierter geworden sind. Ich denke, die Fitness wird ausschlaggebend sein. Mal sehen, wie Reinfelds Top-Torjäger Kristof Rönnau drauf ist. Mit Michel Gorny sind wir ja auch nicht so schlecht bestückt, doch Rönnau ist mit 43 Saisontoren noch mal eine andere Kategorie.

Autor: SHZ / Interview: Gunther Schöniger

 

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