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Verteidiger überzeugt als Torjäger

Mit einer ausgeglichenen Bilanz steht der VfR Horst (6 Punkte, 8:8 Tore) in der Landesliga Holstein nach vier ausgetragenen Begegnungen derzeit jenseits von „Gut und Böse“ im Tabellenmittelfeld auf Rang neun. Da ist sicherlich noch Luft nach oben.

Immerhin hat das Team von Trainer Michael Fischer durch das 4:1 zuletzt beim SV Schackendorf Selbstvertrauen getankt, was vor dem Duell am Sonnabend ab 16 Uhr gegen Tabellenführer 1. FC Phönix Lübeck schon mal sehr wichtig ist. In der Partie bei den Segebergern wurden die Allrounder-Qualitäten von Rene Thies neu entdeckt: Der 28-jährige „gelernte“ Mittelfeldspieler musste verletzungsbedingt in vorderster Angriffslinie spielen und erzielte innerhalb von acht Minuten einen lupenreinen Hattrick. Ob sich Rene Thies vorstellen kann, diese Rolle auch weiterhin auszufüllen und mit welchen Erwartungen er dem Spiel gegen den Tabellenführer entgegen sieht, erläutert der dreifache Torschütze vom Vorsonntag im Interview. 

Herr Thies, drei Tore in acht Minute: Haben Sie die Rolle als Torjäger beim VfR entdeckt? 

Das würde ich so nach einem Spiel nicht sagen. Weil mit Michel Gorny und Artur Frost zwei Offensivkräfte bei uns ausgefallen sind, hat mich der Trainer vorne im Angriff aufgestellt. Ich habe die Position auch schon in der vergangenen Saison unter unserem Trainerteam Michael Fischer/Börje Scharnberg gespielt und auch schon damals getroffen. Von daher konnte man da auf mich setzen. 

Eine Aufstellung also, wie Ihr Trainer Michael Fischer es betonte, die aus der Not heraus geboren war. Aber könnten Sie sich vorstellen, auch künftig in der Offensive zu agieren?

Das ist schwer zu sagen, weil meine Position ja eigentlich eine andere ist. Nur, wenn der Bedarf halt da ist: Warum nicht? Aber wir sind ja eigentlich im Normalfall im Sturm schon gut besetzt. 

In dieser Saison sind Sie in drei Spielen nur eingewechselt worden. Worin lagen die Gründe, dass Sie in den ersten Begegnungen der Saison nicht zur ersten Elf gehörten? 

Es gibt in unserem Kader Mitspieler, die meine reguläre Position als rechter Verteidiger spielen können und die das auch gut machen. Da habe ich dann auch kein Problem damit, mich hinten anzustellen. Jeder andere, der gute Leistungen zeigt, hat es auch verdient zu spielen. Wir haben einen großen Kader, der Konkurrenzkampf ist da, die Trainingsbeteiligung ist gut. Man muss sich dann im Training reinhängen und anbieten. Der Trainer hat dann irgendwann auch die Qual der Wahl.

Diese Situation war für Sie zuletzt sicher nicht zufriedenstellend. Wird sich das jetzt ändern? Eine bessere Empfehlung, als drei Tore zu erzielen, kann man ja kaum abgeben

Ich denke auch, dass ich meine Aufgabe in Schackendorf recht gut erfüllt habe. Generell wünsche ich mir natürlich jetzt auch noch mehr Spielzeiten.

Heute gegen den Tabellenführer 1. FC Phönix Lübeck wird es sicher schwer, nach dem 4:1 in Schackendorf nachzulegen. Aber Reher/Puls hat zuletzt beim knappen 0:1 in der Hansestadt gezeigt, dass durchaus etwas möglich ist. Wie schätzen Sie das ein? 

Ich habe die Video-Zusammenfassung im Internet vom Spiel des FC Reher/Puls in Lübeck gesehen. Reher/Puls hat das sehr gut gemacht. Phönix hat bislang alles gewonnen. Ich denke, die Favoritenrolle ist hier klar vergeben. Aber ich spiele ja schon länger beim VfR, und ich kann sagen, dass wir gerade gegen favorisierte Mannschaften immer Paroli bieten konnten. Wenn wir mit der richtigen Einstellung und Kompaktheit in das Spiel gehen, wird es auch für die Lübecker schwer, uns zu schlagen. 

Was für ein Spiel erwarten Sie?

Ich gehe davon aus, dass die Partie kampfbetont wird, wo wir uns in jeden Zweikampf richtig reinhängen müssen. Wir müssen die Lübecker spüren lassen, dass sie in Horst keine einfache Aufgabe haben und dann müssen wir abwarten, wie sich der Spielverlauf entwickelt.

Wie lautet Ihr Tipp?

Ich denke, Phönix wird zum ersten Mal keinen Dreier holen. Ich bin zuversichtlich, dass wir 2:2 unentschieden spielen.

SHZ/schöniger