Spätes Glück für VfR Horst

Fussball-Landesliga Treffer in der Nachspielzeit sichert Punktgewinn gegen Siebenbäumen
Riesenjubel an der Heisterender Chaussee. Zwar hatten die Landesliga-Fußballer des VfR Horst auch ihr fünftes Spiel nacheinander nicht gewinnen können. Das 3:3 (0:2) gegen Grün-Weiß Siebenbäumen aber fühlte und vor allem hörte sich beinahe wie ein Sieg an. Einige Zuschauer hielt es nicht mehr hinter der Bande, nachdem Bastian Clasen in der dritten Minute der Nachspielzeit den 3:3-Ausgleichstreffer erzielt hatte. Alle stürmten sie zum Angreifer, feierten so ein Comeback, das nach 70 Minuten wohl niemand mehr für möglich gehalten hätte. „Ich habe nicht mehr dran geglaubt“, räumte selbst VfR-Manager Daniel Fischer offen ein.
 
70 Minuten lang war das Horster Spiel geprägt von Unsicherheiten und Leichtsinn. Wie so oft leisteten sich die Gastgeber viel zu einfache Ballverluste, die einmal mehr zu Gegentoren führten. „Das altbekannte Problem“, klagte Fischer. So drohte sich die sportliche Krise des VfR nach dem 0:3 durch GW-Akteur Jonni Jahnke (66.) weiter zu verschärfen. Zu allem Überfluss sah Ronny Müller kurz darauf auch noch die Rote Karte, nachdem er dem Vernehmen des Schiedsrichters nach einen Gegenspieler beleidigt haben soll, der ihn kurz zuvor gefoult hatte.
„Danach ging aber ein Ruck durch die Mannschaft“, stellte Fischer fest. Horst stemmte sich nochmals gegen die drohende Pleite. In Minute 76 bediente Jan Behrendt den durchstartenden Michel Gorny mustergültig – 1:3. Nur drei Minuten später nährte der eingewechselte Wanja Petersen mit seinem Anschlusstreffer die Hoffnungen auf ein Ende der Talfahrt.
„Da stand plötzlich eine richtige Mannschaft auf dem Platz“, zeigte sich Fischer schwer beeindruckt von der Wandlung der Horster. Dann die entscheidende Szene: Niels Niendorf verlängerte einen Einwurf per Fuß in den Rückraum. Von da kam Bastian Clasen angerauscht und hämmerte den Ball – so als wolle er sich den gesamten Frust von der Seele schießen – aus acht Metern unhaltbar in die Maschen.
Pure Freude bei Spielern und Fans. Große Erleichterung hingegen bei VfR-Coach Michael Blume. „Das war ein ganz wichtiges Spiel für ihn. Er hat das Team in einer schwierigen Situation übernommen und wurde nun endlich auch mal für seine Arbeit belohnt“, befand Manager Fischer, der darauf hofft, dass dieses Spiel der ersehnte „Brustlöser“ war.
Autor: ENPatrick Tabel

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